Gerade eben habe ich eine Seite vom Faxgerät gefischt mit einer “Empfehlung” für Aktien einer amerikanische Firma. Mitten auf der Seite ein Chart, rund herum in einer “Handschrift” (aber doch “verdächtig” regelmäßig) und mit ein paar “harmlosen” Rechtschreibfehlern die Ansage, der Preis der Aktie könne bald nochmal um das 2,5-fache steigen. – Ich sage nur: Finger weg (wie immer)!
Archive for the ‘Aktienspam’ Category
Aktienspam kommt jetzt auch per Fax.
Tuesday, July 1st, 2008Was ist eigentlich Aktien-Spam?
Tuesday, May 20th, 2008Ein Blick in die Wikipedia klärt auf; dort gibt es einen Artikel über Aktienspam.
Ich hege allerdings echte Zweifel, dass der dort beschriebene Verlauf mit einem Kursanstieg in einer hinreichend großen Zahl von Fällen von Aktienspam funktioniert. In meinen Augen wäre ein Spammer besser beraten, einen Leerverkauf zu tätigen… leider fehlt mir momentan ein Ansatz um zu belegen, dass das tatsächlich so praktiziert wird.
Wie finde ich Aktien-Spam?
Thursday, January 24th, 2008Den Aktien-Spam findet man im Spam-Ordner recht schnell, indem man nach den Begriffen “WKN” und “Symbol” im Text der Nachricht sucht. – Vielleicht hilft es einem meiner Leser ja in der anderen Richtung, also als Spam-Filter-Kriterium!? Funktioniert natürlich nur, wenn man sonst nicht per E-Mail über Aktiengeschäfte korrespondiert.
Kursupdate.
Thursday, January 24th, 2008Ich habe den seit Anfang des Monats beworbenen Titel weiter beobachtet. Am Tag nach der ersten Spam-Welle fing der Kurs an einzubrechen. Mittlerweile wird der Titel täglich in 6-stelligen Stückzahlen (!) gehandelt und der Kurs hat sich bei einem Cent (0,01 EUR) eingependelt. Wer also aufgrund der Gewinnversprechungen am ersten Tag (zu Kursen zwischen 10 und 16 Cent) eingestiegen ist, hat 90% bis 94% seines Einsatzes vorläufig vernichtet. – Der Spammer war möglicherweise Short gegangen; anderenfalls hat es sich für ihn diesmal auch nicht gelohnt.
Es gibt noch weitere Facetten der gleichen Story, doch dazu später mehr… Bis hierher bleibt nur ein Fazit: Aktien-”Empfehlungen” per E-Mail sind mit großer, großer Vorsicht zu genießen. Am besten ignorieren!
Ein aktuelles Beispiel.
Thursday, January 10th, 2008Unter den Betreffs “Alarm” bzw. “Achtung” wird derzeit massiv für eine an den Börsen in Berlin und Frankfurt gehandelte Aktie geworben.
Investment-Urteil: ++/+
WKN: ██████
Boersenkuerzel: ███
Boerse: Frankfurt
Kurzfristiges Kursziel (4 Wochen): 0,25 EUR Mittelfristiges Kursziel (6 Monate): 0,60 EUR
Obacht: der Titel ist in Frankfurt in den vergangenen 12 Monaten nur zwei Mal gehandelt worden, Gesamtvolumen 15.000 Stück. Und zwar im Dezember zu Kursen zwischen 10 und 16 Cent.
Jetzt muss unser Spammer nur den Kurs wieder (deutlich) über 16 Cent pushen, und dann Käufer für seine 15.000 Aktien finden. Die wiederrum dürften dann auf den Aktien sitzen bleiben. Weil sich für die 25 bis 60 Cent Briefkurs kein Käufer mehr findet. Das wird dann wahrscheinlich ein Totalverlust.
Update: Neuer Kurs nur 4 Minuten nach der Veröffentlichung dieses Beitrages bei 16 Cent. Jemand hat 500 Aktien gekauft. Ich werde den Titel wohl ein paar Tage beobachten.
Alan Ralsky wegen Kursmanipulation angeklagt.
Friday, January 4th, 2008Erfreuliche Nachrichten, wenn auch nicht in Bezug auf deutschen Aktien-Spam: Laut Spiegel Online wurden in den USA der “König der Spammer” Alan Ralsky und zehn weitere Personen angeklagt. Sie sollen mit gefälschten Kursempfehlungen (Aktien-Spam) an der chinesischen Börse Aktienkurse von sogenannten Penny-Stocks manipuliert haben. Ralsky alleine soll damit drei Millionen Dollar (gut zwei Millionen Euro) “verdient” haben. Gegenüber The Detroit News (englisch) erklärte sein Anwalt, Ralsky wolle sich stellen.
Notiz am Rande: Spiegel Online hat natürlich nur abgeschrieben. Und schlecht übersetzt. Die Anklageschrift wird in der originalen Pressemitteilung des US Department of Justice (englisch) als “41-count indictment” bezeichnet. Das heißt es gibt 41 Anklagepunkte. (Besoffen und ohne Führerschein Auto zu fahren wären z.B. zwei Anklagepunkte.) SpOn macht daraus: “In einer 41-seitigen Anklageschrift.”
Der Sturm nach der Ruhe.
Sunday, April 15th, 2007Ich hatte mich zu früh gefreut. Mit dem deutschen Aktienspam geht es doch weiter. Da war wohl einfach nur Pause. Urlaub in der Woche nach Ostern?
Interessanterweise ist jetzt neben den bisherigen zwei Adressen, über die ich Aktienspam erhalten hatte, eine weitere meiner Adressen auf der Liste der Spammer gelandet. Also es sind nicht nur neue Werte, die hier beworben werden, mit neuen fiktiven Namen der Anlageberater, sondern “die” crawlen auch munter weiter oder erweitern auf anderen Wegen ihren Adressenbestand.
Plötzlich ist es ruhig.
Friday, April 13th, 2007Ich bin noch dabei, Berge an Mails zu sortieren und zu sichten, die mittel- und langfristigen Folgen zu ermitteln und auszuwerten, da ist es plötzlich ruhig. Übers verlängerte Osterwochenende füllten sich die verschiedenen Posteingänge noch reichlich mit Aktienspam, nach dem immergleichen Schema, aber danach war es so schnell vorbei wie es vor ca. 6 Wochen angefangen hatte. Lohnt sich die Masche nicht mehr? Oder ist vielleicht irgendwo jemand hochgenommen worden? Letzteres wäre so schön wie unwahrscheinlich.
Operation Spamalot.
Friday, March 9th, 2007In den USA hat die Börsenaufsicht (SEC) den Handel von 35 durch Spam beworbenen Aktien ausgesetzt. Die Aussetzung ist für mindestens 10 Tage anberaumt. Durch den Schritt will die SEC vermeiden, dass gutgläubige Anleger, die auf die Spam-Welle hereinfallen, herbe Verluste machen.
Wenn man in Deutschland diesem Beispiel folgt, und es schafft, auf Aktienspam entsprechend zügig zu reagieren, kann ich mein Blog ziemlich schnell wieder schließen, was mir aber durchaus recht wäre. Bis es solche in meinen Augen wirksamen Maßnahmen gibt, will ich hier aber versuchen, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken; und auf ein paar andere Mißstände gleich dazu…
Dr. Walter Sander.
Friday, March 9th, 2007Seit ich aktienspam.de betreibe, betrachte ich Spam mit anderen Augen. Er ist mir nicht mehr einfach lästig, sondern ich habe sogar ein gewisses Interesse, die Nachrichten herauszufiltern, die für deutsche Aktien “werben”. Zu diesem Zweck habe ich einen Ordner angelegt, in dem die Nachrichten landen.
Bei einem schnellen Blick in den Aktienspam-Ordner fallen zwei Namen ganz besonders auf: Noch vor Frau Blecher-Stratmann (übrigens inzwischen Dr. Gisela T. Blecher-Stratmann) ist der häufigste Name, der in der Absender-Spalte auftaucht, Dr. Walter Sander. Und während Herr Sander vorgeblich für die “Gesellschaft f. Aktien-Analyse” arbeitet, ist Frau Blecher-Stratmann für den “Deutschen Anlage Report” tätig, und zwar als “Chartexpertin” bzw. im “Segment: Small Market and Research”. Auch bei den Absender-Adressen fällt etwas auf: es werden von diesen zwei Absendern immer die gleichen Domains verwendet, nämlich genaut.com (Blecher-Stratmann) und concentric.net (Sander). Es ist allerdings nicht unbedingt davon auszugehen, dass die Inhaber der Domains mit der Sache etwas zu tun haben; die Domains könnten genauso gut unbefugt (missbräuchlich) verwendet werden.